Warum die Verlängerung der U3 gut und notwendig ist
Die U3 ist die Lebensader von Berlin: Beginnend an der Warschauer Straße führt sie aus den Partykiezen beidseitig der Oberbaumbrücke in Friedrichshain-Kreuzberg über die innenstädtischen Bezirke Schöneberg und Wilmersdorf bis ins gutbürgerliche Steglitz-Zehlendorf. Damit bildet die Linie den ganzen lebendigen Querschnitt von Berlin ab.
Diese Lebensader soll in Zukunft noch leistungsfähiger werden: Die Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn am Mexikoplatz wird für tausende Pendlerinnen und Pendler den täglichen Arbeitsweg spürbar verkürzen. Die Berliner Innenstadt mit ihren Geschäften, Restaurants und Büros rückt künftig ein gutes Stück näher!
In einer ersten, bereits begonnenen Etappe wird derzeit die unterirdische Abstellanlage unter der Argentinischen Allee aus dem Jahr 1929 saniert. Was erst einmal unspektakulär klingt, ist von höchster Bedeutung für den Betrieb der Kleinprofil-Linien U1 bis U4. Die Anlage wird nach ihrer Fertigstellung nicht nur den Weg zum Mexikoplatz ebnen, sondern nachhaltig für die nächsten Jahrzehnte helfen, eine betriebliche Stabilität zu erreichen, die heute – für viele Fahrgäste spürbar – nicht vorhanden ist.

12.000 Fahrgäste täglich
Manchmal dauern kleine Schritte besonders lange: Als der U-Bahnhof Krumme Lanke 1929 eröffnet wird, ist die Verlängerung der Linie und ein Umstieg zur S-Bahn bereits eingeplant – am Ende sind es wohl etwas mehr als 100 Jahre, bis das Vorhaben seinen Abschluss findet.
Verkehrlich macht der Lückenschluss absolut Sinn: Die Verbindung wird Pendlerinnen und Pendler aus dem Bezirk und dem Berliner Umland schneller ins Zentrum und Studierende zur Freien Universität und Uni Potsdam bringen. Gerechnet wird zu Betriebsaufnahme mit 12.000 Fahrgästen täglich. Doch das ist erst der Anfang: An der Lissabonallee entstehen gerade über 200 neue Wohnungen, weitere Projekte sind in Planung. Aus diesem Grund wird der U-Bahnhof Mexikoplatz erst hinter der S-Bahnbrücke errichtet. So ist sichergestellt, dass eine weitere Verlängerung der Linie möglich bleibt. Berlin wächst – die Verkehrsinfrastruktur muss mitwachsen!

Wie gebaut wird
Mit einer Bauzeit von fünf Jahren wird gerechnet, die Eröffnung der Strecke ist für das Jahr 2030 geplant. Gebaut wird kosten- und platzsparend in offener Bauweise. Während der Bauphasen wird jeweils eine Fahr- und Radspur zur Verfügung stehen, damit die Anwohnenden jederzeit auf ihr Grundstück gelangen können. Auch Busverbindungen sowie die Zufahrten für Ver- und Entsorgung bleiben bestehen. Durch die geplanten, kurzen Bauabschnitte werden die Belastungen für Anwohnende und Gewerbetreibende so gering wie möglich gehalten.
Heute schon für morgen planen
Gleich nach der Wiedervereinigung fiel die Entscheidung zum Wiederaufbau der Stammbahn. Mehr als 35 Jahre ist das nun her, doch noch immer rollen keine Züge. Planungsprozesse sind oft zu langsam, auch bei uns im Bezirk. Während die alten Gleise weiter im Wald vor sich hinrosten, wandelt sich die Stadt drumherum rasant. Der Straßenverkehr hat seit der Wende extrem zugenommen, und wird es wohl auch weiter tun, wenn wir nicht gegensteuern – mit einer zukunftsgewandten Verkehrspolitik, die schon heute die Bedarfe von morgen mitdenkt!

Faktencheck
Seit dem Beschluss zur Verlängerung der U3 wurden von verschiedenen Akteuren zahlreiche Unwahrheiten über den Bau verbreitet. Diesen wollen wir an dieser Stelle mit den tatsächlichen Fakten entgegentreten:
»Die Verbindung bringt nichts, man kann genauso gut einen Bus einsetzen.«
Wir sagen: Schon jetzt sind die Busse in Stoßzeiten häufig überfüllt, verspätet oder fallen aus. Auch „selbstfahrende“ Busse würden daran wenig ändern: Diese sind vergleichsweise klein, langsam und bieten vor allem in Randzeiten, auf Nebenstrecken oder in dünn besiedelten Gegenden eine Alternative zu herkömmlichen Bussen.
»Die Kosten werden schöngerechnet, der Bau lohnt sich nicht.«
Damit sich der Bund an den Baukosten beteiligt, wird das Projekt einer Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) unterzogen. Nur wenn diese positiv ausfällt, gibt es Geld. Richtig ist, dass die aktuell laufenden Bauarbeiten nicht Teil der NKU sind. Grund: Sowohl die oberirdische Werkstatt als auch die Abstellanlagen im Tunnel werden in jedem Fall benötigt, egal ob der Lückenschluss gebaut wird oder nicht.
»Der Mexikoplatz wird sein Gesicht verlieren.«
Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht falsch: Der neue Bahnhof wird erst hinter der S-Bahn entstehen, auf dem historischen Platz wird nicht einmal ein Ausgang gebaut. Zudem werden alle Bauten und Anlagen entlang der Strecke vor Baubeginn dokumentiert, damit mögliche Schäden sofort erkannt und vom Bauträger beseitigt werden können.
.»Es werden alle Bäume gefällt, auch in den Vorgärten.«
Richtig ist, dass auf der Argentinischen und Lindenthaler Allee 176 Bäume gefällt werden müssen. Dies betrifft aber nur das öffentliche Straßenland; private Gärten werden nicht angerührt. Dem Verlust stehen nach Fertigstellung 249 Neupflanzungen gegenüber – es wird also deutlich grüner!
»Der Sand aus der Tunnelbaustelle wird in den Schlachtensee gekippt.«
Wer sich eine Copa Cabana am Schlachtensee gewünscht hat, wird enttäuscht werden: Der Aushub wird abtransportiert und ordnungsgemäß entsorgt.
Weitere Infos zum Thema Mobilität in Steglitz-Zehlendorf finden Sie unter diesem Link.