Pragmatische Mobilität für alle statt einseitiger Klientelpolitik
Immer mehr Menschen möchten gerne in Berlin leben. In der Folge wird nicht nur der Wohnraum knapp, sondern auch der Platz auf Straßen, in Bussen und Bahnen – reichlich Zündstoff für Konflikte, insbesondere zwischen Auto- und Fahrradfahrenden.
Mobilität ist ein Grundbedürfnis und kein Luxusgut. Die Anforderungen sind jedoch höchst unterschiedlich: Für die eine sind die morgendlichen 30 Kilometer auf dem Rad eine willkommene Trainingsrunde; der andere muss vor dem langen Arbeitstag noch schnell den Nachwuchs samt umfangreichem Zubehör in Kita und Schule abliefern.
Es ist Aufgabe der Politik, diese individuellen Bedürfnisse zu moderieren. Verbote und ideologiegetriebene Maximalforderungen helfen niemandem weiter. Es wird immer Menschen geben, die auf das eigene Auto angewiesen sind, um in ihrem Alltag bestehen zu können. Gleichzeitig müssen Fahradfahrende und Zufußgehende gefahrlos an ihr Ziel kommen – vor allem Kinder auf dem Weg zur Schule.
Damit die Verkehrswende für alle ein Erfolg wird, ist ein langer Atem erforderlich. Daher ist es wichtig, konsequent am Ball zu bleiben, und alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte mit einzubinden: Nichts ist schädlicher, als wenn das Rad in einer Legislatur hin- und in der nächsten wieder zurückgedreht wird, nur um die eigene Klientel glücklich zu machen. Dies gilt bei Großprojekten wie U3-Verlängerung und Stammbahn-Wiederaufbau ebenso wie bei Busspuren und Fahrradverbindungen.

U-Bahn nach Kleinmachnow…
Im Frühjahr 2025 wurde am U-Bahnhof Krumme Lanke der Spatenstich gefeiert: Die Sanierung des Tunnels unter der Argentinischen Allee ist gleichzeitig der erste Schritt zum Lückenschluss mit der S-Bahn am Mexikoplatz. Pendlerinnen und Pendler aus dem Bezirk und dem Berliner Umland gelangen damit schneller ins Zentrum, Studierende zur Freien Universität und Uni Potsdam. Täglich sollen rund 12.000 Fahrgäste von der neuen Verbindung profitieren.
Damit die Strecke ihr volles Potenzial entfalten kann, setzt sich die SPD zudem für zwei weitere Stationen ein: Die erste könnte an der Potsdamer Chaussee entstehen, wo über 200 neue Wohnungen gebaut werden. Der (vorläufige) Endbahnhof wäre in Düppel-Kleinmachnow mit einem Umstieg zur Stammbahn (Wiederaufbau geplant bis 2038).

…und Regio nach Stralsund
Bereits seit den 1990er Jahren ist der Wiederaufbau der Stammbahn von Potsdam über Düppel-Kleinmachnow, Zehlendorf und Steglitz ins Berliner Zentrum geplant. Mittlerweile ist beschlossen, dass diese als Regionalbahn verkehren soll. Damit soll sich ab 2038 die Fahrzeit ins Berliner Zentrum radikal verkürzen; auch nach Magdeburg, Stralsund oder Stettin wird man schnell und ohne Umstieg gelangen. Laut Bahn wäre auch eine frühere Fertigstellung möglich, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen: »Ich werde mich beim Senat für eine Beschleunigung der Planung und eine verlässliche Finanzierung einsetzen«, verspricht Norbert Buchta.

Schnell und sicher auf dem Rad
Norbert Buchta hat sich mit der SPD-Fraktion Steglitz-Zehlendorf dafür stark gemacht, dass Argentinische und Lindenthaler Allee nach Abschluss der U3-Bauarbeiten zeitgemäß neu gestaltet werden – entsprechend der Vorgaben des Berliner Mobilitätsgesetzes. Zwar gibt es dort bereits einen Radweg, dieser ist jedoch schmal und in die Jahre gekommen. Es wäre Aufgabe des Bezirks, dafür Planungen anzustellen – anderenfalls wird die BVG die Straße exakt dem heutigen Zustand entsprechend wiederherstellen.
Von FDP und Grünen gab es für die Initiative jedoch keine Unterstützung. Um so wichtiger ist eine Stimme für die SPD bei der Wahl im September 2026!

Barrierefrei zur Bahn
Wer im Umfeld eines S-Bahnhofs wohnt, ist schnell in der Innenstadt – eigentlich. Für mobilitätseingeschränkte Personen, aber auch Eltern mit Kinderwagen ist es mitunter gar nicht so leicht, den Bahnsteig zu erreichen. In Steglitz-Zehlendorf betrifft dies vor allem den Bahnhof Nikolassee, dessen Haupteingang am Hohenzollernplatz nur über eine lange, steile Treppe verfügt.
Auch am Bahnhof Wannsee ist der Zugang zur Nibelungenstraße, wo sich der P+R-Parkplatz befindet, nicht barrierefrei – ein Umsteigen zur Bahn ist hier gerade für jene, die auf das Auto besonders angewiesen sind, nicht möglich. »Als Bezirksverordneter kann man die Bahn nur immer wieder bitten«, berichtet Norbert Buchta: »Als Berliner Abgeordneter hat man mehr Einfluss – den möchte ich nutzen!«.
Am Stadtrand parken, ins Zentrum bahnfahren
Die englische Bezeichnung »Park and Ride« (P+R) steht für ein Erfolgsmodell: Wer am Stadtrand oder im Umland wohnt und auf ein Auto angewiesen ist, kann am Bahnhof parken und mit dem Zug schnell und bequem ins Stadtzentrum fahren. In Steglitz-Zehlendorf existieren einige – wenige – Plätze in Wannsee und Nikolassee.
Dass die Nachfrage weit größer ist als das Angebot, zeigt sich rund um den Mexikoplatz, wo an Werktagen unzählige Fahrzeuge mit Brandenburger Kennzeichen parken. »Ich setze mich für einen Ausbau der Park-and-Ride-Plätze am Bahnhof Wannsee ein – idealerweise unter Einbindung der Deutschen Bahn, die einen Teil der schon lange geschlossenen Autoverladestation beisteuern könnte«, erklärt Norbert Buchta. Bei einem Weiterbau der U3 nach Düppel-Kleinmachnow müsse zudem am künftigen Umsteigeknoten zur Stammbahn ein P+R-Parkhaus mitgebaut werden, fordert Buchta.

Die letzte Meile
In den Außenbezirken stellt sich regelmäßig die Frage nach der »letzten Meile«: Ist der Weg vom Bahnhof zur eigenen Haustür zu weit für einen Fußweg, und der Bus kommt zu selten, ist das für viele ein Argument für ein eigenes Auto. Hier setzen die Jelbi-Mobilitätsstationen an, an denen Autos, Fahrräder und E-Scooter ausgeliehen werden können. »Der Senat muss die Finanzierung der Jelbi-Hubs langfristig sichern!«, fordert Norbert Buchta.