Schlachtensee und Krumme Lanke für künftige Generationen erhalten
Steglitz-Zehlendorf gilt als besonders grüner Bezirk, mit seinen Parks, Wäldern und Seen. Doch wer mit offenen Augen durch die Natur geht, wird überall Schäden durch Hitze, Trockenheit und Schädlinge entdecken. So ist der Volkspark Glienicke seit vielen Jahren teilweise gesperrt – zwar konnte die Bezirks-SPD das Grünflächenamt dazu bewegen, einzelne Bereiche wieder zu öffnen, eine komplette Freigabe ist aber nicht in Sicht.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollen die Waldparkanlagen an Schlachtensee und Krumme Lanke in den kommenden Jahren umgestaltet und an den Klimawandel angepasst werden. Die Natur soll in die Lage versetzt werden, sich zu regenerieren, und gleichzeitig die Funktion der Seen als wichtiges Erholungsgebiet erhalten bleiben. Dass es nun so kommt, ist vor allem ein Erfolg der lokalen SPD, die lange für den Umbau gekämpft hat.
Was Klimaschutz mit Sozialpolitik zu tun hat
Der Erhalt unserer Lebensgrundlagen gehört für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zum Grundverständnis von Politik. Naturschutz und Klimaanpassung sind dabei eng mit der sozialen Frage verknüpft: Wer genug Geld hat, verfügt oft über eine Klimaanlage, kann sich möglicherweise sogar im eigenen Pool abkühlen. Und wenn es ganz unerträglich wird, geht es zur Sommerfrische ans Meer. Die Bewohnerinnen und Bewohner der besonders dicht bebauten Quartiere, in denen sich die Luft staut und auch die Nächte kaum Abkühlung bringen, haben diese Möglichkeit in den seltensten Fällen.

Natur schützen, Konflikte vermeiden
Schlachtensee und Krumme Lanke gehören zu den beliebtesten Badeseen in Berlin. Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen im Sommer, die gute Verkehrsanbindung mit U- und S-Bahn sowie der Informationsaustausch im Internet führen jedoch dazu, dass von Jahr zu Jahr mehr Menschen an die Grunewaldseen strömen.

Gleichzeitig liegen die Vorstellungen und Wünsche der verschiedenen Nutzergruppen oft weit auseinander: Die Spaziergänger freuen sich über ruhige Wanderwege mit Blick auf die Seen, Joggerinnen möchten ungestört laufen, Radfahrende genießen die schnelle Fahrt auf gepflegten Wegen. Hundehalter wünschen sich möglichst viel Bewegungsfreiheit für ihre Tiere, Badende hingegen möchten den See nur ungern mit den Vierbeinern teilen. Die einen möchten am See in Ruhe entspannen, die anderen lieber Spaß haben und feiern. Bei alledem dürfen natürlich auch die im Landschaftsschutzgebiet lebenden Pflanzen und Wildtiere nicht zu kurz kommen.
Die SPD-Abteilung Seenplatte hat daher vor mehreren Jahren einen Dialog mit den Interessensgruppen sowie Expertinnen und Experten eingeleitet. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe flossen ein in ein umfassendes Konzept, das aufzeigt, wie die Konflikte unter den Nutzerinnen und Nutzern ebenso minimiert werden können, wie auch die Belastung für die Seen und Wälder selbst.

Klimasensibler Umbau
Gemeinsam mit Expertinnen und Experten hat die SPD ein Konzept erstellt, wie Nutzungskonflikte entschärft und die Seen und umliegenden Wälder langfristig für alle Berlinerinnen und Berliner, aber auch für die hier lebenden Tiere und Pflanzen erhalten werden können. Dieses Konzept bildete die Grundlage für einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, sowie daran anschließend einen öffentlichen Beteiligungsprozess.
Parallel zu den Informationsveranstaltungen wurde das Gelände vermessen und kartiert, Artengutachten sowie ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Ziele des Umbaus sind eine Verringerung der Erosion der Böden in den Hangbereichen, die Förderung der natürlichen Waldverjüngung und Biodiversität sowie eine Sanierung der Wege. Letztere soll sowohl die Versickerung von Regenwasser verbessern, als auch die Barrierefreiheit erhöhen.

Die Finanzierung des klimasensiblen Umbaus der Waldparkanlagen an der Krummen Lanke und dem Schlachtensee erfolgt durch das Bundesprogramm »Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel«. Mittlerweile wurde ersten Maßnahmen umgesetzt, der Schwerpunkt der Arbeiten soll von Sommer 2026 bis Herbst 2027 erfolgen. »Im Anschluss an die Umgestaltung der Parkanlagen auf der Südost-Seite der Seen müssen wir auch das Nordufer in den Blick nehmen, das sich im Eigentum der Berliner Forsten befindet«, erklärt Norbert Buchta.
Erste Erfolge sind spürbar
Seit 2019 sind im Bezirk mehrere Parkläufer und »Natur-Ranger« im Einsatz, die die Menschen am See gegebenenfalls auf Regelverstöße hinweisen. Obwohl der Einsatz ein voller Erfolg ist, wollte CDU-Finanzsenator Stefan Evers die Finanzierung streichen. Anhaltende Proteste führten zum Erhalt des Projekts. Probleme gab es lange mit von den Besucherinnen und Besuchern zurückgelassenen Müllbergen. »Seit die Berliner Stadtreinigung die Entsorgung übernommen hat, hat sich die Situation spürbar verbessert. Die Anzahl der Toiletten im Umfeld der Badestellen muss aber dringend erhöht werden«, fordert Norbert Buchta.

Sorgen bereiten den Planerinnen und Planern die zahlreichen Trampelpfade, die von den schattigen Liegewiesen am Hang hinunter zum See führen. In einem ersten Schritt wurden in verschiedenen Teilbereichen der Parkanlagen Schichtholzhecken und Schutzstreifen angelegt. Diese sollen die Menschen auf den offiziellen Wegen halten, und damit die Erosion der Hänge gebremst werden. Mit diesen ersten, punktuellen Maßnahmen sollen Erfahrungen für die großflächige Umgestaltung gewonnen werden.
Oberhalb der Seen wurde Berlins größtes Hundeauslaufgebiet eingerichtet – am Ufer hingegen gilt strikter Leinenzwang. Dieser Kompromiss entschärft einen Konflikt, der Politik und Gerichte jahrelang in Atem gehalten hat. Nach seiner Wahl möchte sich Norbert Buchta im Berliner Abgeordnetenhaus für ein stadtweites Konzept für Hundeauslaufgebiete einsetzen.