Wie wir Veränderung gestalten für eine Zehlendorfer Mitte für alle
In den kommenden Jahren stehen rund um den Zehlendorfer Ortskern eine Reihe großer Bauvorhaben an: Die Deutsche Bahn plant die Kernsanierung des S-Bahnhofs, das Rathaus soll saniert und teilweise neu gebaut werden. Am Schadow-Gymnasium rollen bereits die Bagger. Auch die Dorfaue, mehrere Fuß- und Radwege, Straßen und Plätze werden neu gestaltet. Ich setze mich dafür ein, dass nicht nur das Endergebnis überzeugt, sondern auch die Bauphase nicht mehr als nötig zur Belastung wird.
Der Zehlendorfer Ortskern hat zahlreiche Funktionen: Verkehrsknoten, Einkaufsstraße, Verwaltungszentrum, sozialer Treffpunkt – und Durchgangsstraße. Nicht immer gelingt dabei eine friedliche Koexistenz. Vor allem der Straßenverkehr nimmt immer mehr zu und schränkt durch Lärm und Abgase andere Nutzungen ein.

Die SPD hat sich gemeinsam mit der Bürgerinitiative Zehlendorf für die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) sowie die Aufnahme in das Förderprogramm »Lebendige Zentren und Quartiere« stark gemacht. Ziel ist es, den Ortskern wieder zu dem werden zu lassen, was er einmal war: Ein echtes Zentrum für die Menschen, an dem man sich gerne aufhält und Zeit verbringt. Damit die unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen in die künftige Gestaltung einfließen konnten, wurden die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in den Planungsprozess eingebunden.
Zu den am häufigsten geäußerten Wünschen zählten die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und die Reduzierung des Autoverkehrs. Hierfür sollen Fuß- und Radwege ausgebaut und verbreitert werden. Um den Parksuchverkehr zu reduzieren, sollen Parkplätze vom Teltower Damm verlegt werden in eine neu zu errichtende Parkpalette in der Martin-Buber-Straße. Geplant ist außerdem die Pflanzung zusätzlicher Straßenbäume, die Reduzierung versiegelter Flächen sowie Maßnahmen zur besseren Versickerung von Regenwasser. Erste neue Sitzbänke und Fahrradständer wurden bereits installiert.

Neue Wege durch das Zentrum
Wenn die Umgestaltung des Zehlendorfer Zentrums beginnt, werden sich vor allem für Zufußgehende viele neue Wegebeziehungen ergeben: Mit dem geplanten »Rathausbogen« wird aus der heutigen Hinterhof-Situation ein attraktiver öffentlicher Raum mit vielfältigen Nutzungen.
Die wohl weitreichendste Maßnahme ist die Schließung der Kirchstraße für den Autoverkehr, wodurch ein zusammenhängender Fußgängerweg vom Kulturkiosk über Dorfanger und Rathaus bis zum Postplatz entstehen soll. Der geplante Tunnel vom Postplatz zur Machnower Straße wird zudem das Quartier süwestlich der Bahntrasse künftig direkt mit dem Ortskern verbinden. Zusätzlich sollen neue und sichere Radwegeverbindungen geschaffen und an das übergeordnete Radverkehrsnetz angeschlossen werden, unter anderem in der Machnower Straße, Anhaltinerstraße und Martin-Buber-Straße.

In die Neuplanung sind die Wünsche der Gewerbetreiben- den ebenso eingeflossen wie die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen. Bei allen Maßnahmen wird daher auf Barrierefreiheit geachtet. Die Erreichbarkeit des Zehlendorfer Zentrums mit dem eigenen Auto soll zwar weiterhin gegeben sein, vorrangig jedoch der Öffentliche Personennahverkehr gestärkt werden.
Offenes (Rat)Haus
Das Zehlendorfer Rathaus bröckelt. Wie mehrere Untersuchungen bestätigten, sind insbesondere die Gebäudeteile aus den 1970er Jahren derart marode, dass sie für die Beschäftigten des Bezirksamts, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, die hier ihre Termine wahrnehmen müssen, eine erhebliche Belastung darstellen.
Obwohl die Zeit also drängt, hat es zuletzt einen mehrjährigen Stillstand gegeben: Die Erstellung des »Raumbedarfsprogramms« – also der Planung, wie viele Büros und Arbeitsplätze in Zeiten von Homeoffice, Remote Work und Künstlicher Intelligenz noch gebraucht werden – kam nicht voran. Als Konsequenz aus der Untätigkeit waren dem Bezirk zwischenzeitlich die Mittel gestrichen worden. Auch dank des Einsatzes der SPD-Fachpolitikerinnen und -politiker im Senat ist der Rathausneubau mittlerweile wieder mit einem Budget von 75 Millionen Euro für die Jahre 2028 bis 2030 eingeplant.
Wie ein zentraler, zeitgemäßer Verwaltungsstandort aussehen könnte, zeigte ein erster Ideenwettbewerb zur Erweiterung und Modernisierung des Rathauses. Auch die Bürgerinnen und Bürger wurden dabei nach ihren Wünschen gefragt. Die Idee eines »Zehlendorfer Bogens« von der Pauluskirche bis zum Postplatz zeigt einen offenen und einladenden Gebäudekomplex, in dem Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung Platz finden würden. »Ich unterstütze dieses Konzept und werde mich dafür einsetzen, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Realisierung kommt!«, erklärt Norbert Buchta.
Die Bahn baut (noch nicht)
Wer regelmäßig mit der S-Bahn in unserem Bezirk unterwegs ist, kennt sie: Die Langsamfahrstelle am Bahnhof Zehlendorf. Seit einem Unfall vor mehr als 15 Jahren ist die Brücke über den Teltower Damm schwer beschädigt. Züge dürfen seither nur in Schrittgeschwindigkeit darüberfahren. Doch nicht nur die Brücke, auch die komplette Bausubstanz des Bahnhofs ist marode. Die Bahn plant daher eine Kernsanierung – ein Projekt, das das Zehlendorfer Zentrum über Jahre stark beeinflussen wird. Nachdem
ursprünglich ein Baubeginn 2026 vorgesehen war, ist der Zeitplan nach Umplanungen mittlerweile wieder offen.

Die Verzögerung hat jedoch auch ihr Gutes: Zunächst hatte die Bahn geplant, den neuen, westlichen Bahnsteigzugang, der künftig den Postplatz mit der Machnower Straße verbinden soll, erst gegen Ende der Sanierung zu errichten. Während der Bauarbeiten hätte dies für Anwohnende und Fahrgäste weite Umwege mit sich gebracht.
Die SPD-Fraktion hat sich intensiv für die Vorverlegung dieser Baumaßnahme eingesetzt – letztlich erfolgreich. So wird es nun während der Arbeiten durchgängig eine barrierefreie Verbindung zwischen den Kiezen beiderseits der Gleise geben. Der neue Tunnel soll vor allem die täglichen Wege der Schülerinnen und Schüler von Schadow- und Droste-Hülsoff-Gymnasium stark verkürzen.
Von Steglitz nach Stralsund
Bereits seit den 1990er Jahren ist der Wiederaufbau der Stammbahn von Potsdam über Düppel-Kleinmachnow, Zehlendorf und Steglitz ins Berliner Zentrum geplant. Mittlerweile ist beschlossen, dass diese als Regionalbahn verkehren soll. Fahrzeiten werden sich damit radikal verkürzen – eine gute Nachricht vor allem für viele Berufspendlerinnen und -pendler. Auch nach Magdeburg, Stralsund oder Stettin wird man aus unserem Bezirk künftig schnell und ohne Umstieg gelangen.

Die Stammbahn spielt zudem eine wichtige Rolle für die Stabilität des gesamten Berliner Netzes, indem sie die Stadtbahn sowie das Nadelöhr am Bahnhof Wannsee umfährt. Der Bahnhof Kleinmachnow wird dafür sorgen, dass deutlich weniger Menschen als bisher mit dem Auto zum Mexikoplatz, nach Wannsee oder Zehlendorf fahren und dort die Straßen verstopfen. Heutige Regionalzüge sind zudem deutlich leiser als S-Bahnen, auch wird es einen regelmäßigen Güterverkehr auf der Strecke nicht geben.
Aktuell wird von einer Betriebsaufnahme im Jahr 2038 ausgegangen, laut Bahn wäre aber auch eine frühere Fertigstellung möglich, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen: »Ich werde mich beim Senat für eine Beschleunigung der Planung und eine verlässliche Finanzierung einsetzen«, verspricht Norbert Buchta.